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4000 Liter Wasser pro Minute

Drei neue Pumpen wurden am Dienstag in Stein am Rhein aus der Taufe gehoben. Sie ersetzen ihre vier Vorgänger aus den 80er-Jahren, die damals von der Armee ausgemustert wurden. Mit einem neuen kantonalen Konzept wird nun die Feuerwehr Thayngen entlastet.

STEIN AM RHEIN. «Heute ist für das Schaffhauser Feuerwehrwesen ein Freudentag», begrüsste Andreas Rickenbach, Direktor der Gebäudeversicherung Schaffhausen und Leiter der Kantonalen Feuerpolizei, die vielen Gäste, die zur «Taufe» der neuen Gerätschaften gekommen sind.

Drei neue, leistungsfähige, identische Löschwasserpumpen standen an der Schifflände in Stein am Rhein. Einzig die aufgebrachten Schriftzüge unterschieden sich. Die drei Pumpen werden bei den Feuerwehren Feurok (Feuerwehr des oberen Kantonsteils), der Städtischen Feuerwehr in Schaffhausen und der Feuerwehr NOK (Neuhausen Oberklettgau) in den Einsatz kommen. Bisher gab es einen weiteren Standort für eine Löschwasserpumpe bei der Feuerwehr Thayngen.

Aus vier Standorten werden drei

Aus bisher vier Standorten für Löschwasserpumpen im Kanton Schaffhausen werden nach Abschluss der Schulungen der Wehrleute auf den neuen Geräten neu drei Standorte. Jürg Bänziger vom Feuerwehrinspektorat des Kantons Schaffhausen meinte, dass die Umstellung auf das neue Konzept ab Jahresbeginn 2026 erfolgen könne.

Durch die Umstellung werden die Einsatzgebiete neu definiert, sodass weiterhin eine Abdeckung über das gesamte Kantonsgebiet gewährleistet ist. Der Einsatz der Löschwasserpumpen bleibt gleich: Sie kommen nach wie vor nur bei Grossbrandereignissen oder Waldbränden zum Einsatz. Für andere, kleinere Brandereignisse sind bei allen Feuerwehren im Kanton kleinere Pumpen stationiert, die dann zum Einsatz kommen, und das bleibe wie bisher so.

Ersatz für Pumpen aus Armeebeständen

Die drei neuen Löschwasserpumpen sind Ersatzbeschaffungen für die vier bisherigen, die aus den 1980er-Jahren stammen. «Diese wurden damals von der Armee ausgemustert und haben dann bei uns viele Jahre gute Dienste geleistet», so Rickenbach. Nun hätten sie ihre Lebensdauer aber erreicht. Die neuen Pumpen sind dafür konstruiert, massive Wassertransporte zu leisten: «Sie transportieren 4000 Liter Wasser pro Minute bei einem Druck von zehn Bar.»

Die Pumpen haben ausserdem einen eigenen Motor, der es ermöglicht, in schwierigem Gelände ohne Zugfahrzeug einfacher an den exakten Einsatzort manövriert werden zu können. Dadurch sind sie sehr agil. Das Bedienpanel an den Pumpen wurde so angepasst, dass es einfach und verständlich bedient werden kann, sodass sie miliztauglich sind, erklärte Rickenbach die neuen Gerätschaften. Gleichzeitig sind ausserdem neue Wasserbecken, die sich innert weniger Minuten selber aufstellen, beschafft worden: «Diese fassen 25’000 Liter Wasser, damit man für einen wirkungsvollen Einsatz bestens vorbereitet ist.»

Neues Konzept für den Einsatz im Kanton

Das Einsatzkonzept im Kanton wurde dadurch, dass nun auf drei anstelle der bisher vier Standorte für die grossen Löschwasserpumpen reduziert wurde, angepasst. Damit bleibt der Kanton wie bis anhin lückenlos abgedeckt. Entlastet wird dadurch die Feuerwehr Thayngen, die als Standort für den Reiat wegfallen wird. Neu übernimmt die Einsätze für die grosse Pumpe im Reiat die Feuerwehr der Stadt Schaffhausen. Dafür wird neu der Einsatz im unteren Kantonsteil, der bisher von der Stadtfeuerwehr geleistet wurde, von der Feuerwehr NOK übernommen. Unverändert bleibt das Einsatzgebiet im oberen Kantonsteil, das nach wie vor von der Feurok abgedeckt wird. Das sollte, nach den Schulungen der Feuerwehrleute, ab Januar 2026 so sein.

Nicht ganz billig, aber subventioniert

«Wer in der Feuerwehr Dienst geleistet hat, weiss, dass für neue Geräte meist Beschaffungskommissionen eingesetzt werden, die in zeitlich aufwendigen Sitzungen daran feilen, welches Gerät man nun beschaffen wolle», so Rickenbach. Hier wollte die Kantonale Feuerpolizei die Feuerwehren entlasten und auf gemeinsame Beschaffungen setzen. «Das haben wir nicht jetzt neu erfunden, sondern beispielsweise auch schon mit Atemschutz- und Rüstfahrzeugen so gemacht.»

Ein weiterer Vorteil bei gemeinsamen Beschaffungen seien Effekte bei den Kosten, von denen profitiert werden könne. «Die Gleichartigkeit der Gerätschaften führt ausserdem zum positiven Effekt, dass ein Gerät oder Fahrzeug notfalls ohne Weiteres auch durch eine andere Wehr bedient werden kann.»

Die drei neuen Pumpen haben ihren Preis: «Jede kostete ungefähr 160’000 Franken», sagte Jürg Bänziger und: «Die Kantonale Feuerpolizei hat diese drei Pumpen zu 100 Prozent subventioniert.» Beschafft wurden die Pumpen von einem Hersteller in Deutschland, hier wurden sie dann für den Einsatz im Kanton Schaffhausen optimal modifiziert. In diesem Prozess waren nebst der Feuerpolizei auch das Feuerwehrinspektorat, Sven Lang (Feurok), Yves Weber (NOK) und Roman Stutz (Feuerwehr der Stadt Schaffhausen) eingebunden. Patrick Schaad wurde, in seiner Funktion als Projektleiter, ein wesentlicher Anteil zur erfolgreichen Beschaffung der neuen Löschwasserpumpen zugeschrieben.

[Sandy Hedinger, shn, 23.10.2025]